Risikowarnung: Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit einem hohen Risiko verbunden und ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet.
Der erste Verkauf von Unternehmensaktien an die Öffentlichkeit an einer Börse, wodurch das Unternehmen Kapital akquirieren kann und den Investoren Zugang zu zuvor privatem Eigenkapital bietet.
Ein IPO ist der Prozess, durch den ein privates Unternehmen öffentlich gehandelt wird. Das Unternehmen arbeitet mit Investmentbanken (Underwritern) zusammen, die den Angebotspreis, die Größe und den Zeitrahmen bestimmen und dann die Aktien in einem 'Roadshow' an institutionelle Investoren vor der öffentlichen Notierung vermarkten. Die Aktien werden am Abend vor der Notierung bepreist; der erste Handel an der Börse weicht oft erheblich vom IPO-Preis ab.
Die Leistung von IPOs folgt im Durchschnitt vorhersehbaren Mustern. Sprünge am ersten Tag sind häufig - Aktien öffnen deutlich über dem IPO-Preis, da die Nachfrage von Privatanlegern und institutionellen Investoren das Angebot bei der festen Emission übersteigt. Studien zeigen jedoch konsequent, dass IPOs im Durchschnitt in den folgenden 3–5 Jahren unter Marktbedingungen unterperformen, was auf überoptimistische Preisgestaltung zurückzuführen ist, die durch die Anreize der Underwriter und die Aufregung der Investoren bedingt ist. Die besten IPO-Renditen gehen häufig an institutionelle Investoren, die Zuteilungen zum Angebotspreis erhalten, nicht an Privatanleger, die am offenen Markt nach dem Sprung kaufen.
Für aktive Trader bieten IPOs erhebliche Volatilitätsmöglichkeiten. Sperrfristen (typischerweise 90–180 Tage nach dem IPO, wenn Insider erstmals ihre Aktien verkaufen können) gehen oft einer Preisschwäche voraus, wenn große Insider-Verkaufsprogramme beginnen. Unternehmen, die am unteren Ende ihres Preisspannens bepreisen oder kurz nach dem IPO ihre Prognosen nach unten anpassen, sind häufig schwache Performer. Im Gegensatz dazu stellen Unternehmen, die während breiter Marktverkäufe zu konservativen Bewertungen Kapital beschaffen, häufig stärkere langfristige Einstiege dar.
Worked Example
Ein Biotechnologieunternehmen bepreist seinen IPO bei 18 USD pro Aktie. Die institutionelle Nachfrage ist stark - das Angebot ist 8-fach überzeichnet. Am ersten Tag öffnet die Aktie bei 31 USD (einen Sprung von 72%). Ein Privatanleger, der zum Eröffnungskurs kauft, zahlt 31 USD. Sechs Monate später erlaubt der Sperrfrist-Ablauf den Insidern zu verkaufen: über drei Wochen hinweg sinkt die Aktie auf 22 USD, während Insider-Verkaufsprogramme durchgeführt werden. Die Position des Privatanlegers liegt mit 29% im Minus im Vergleich zu ihrem Einstieg, während IPO-Teilnehmer zu 18 USD noch mit 22% im Plus sind - was die Asymmetrie zwischen institutionellem und privatem Zugang zu IPOs verdeutlicht.
Find a Broker