Risikowarnung: Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit einem hohen Risiko verbunden und ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet.
Halten einer Long-Position in einer hochverzinslichen Währung, die durch eine Short-Position in einer niedrigverzinslichen Währung finanziert wird, um den Zinsunterschied zu verdienen.
Ein Carry Trade ist eine makroökonomische Strategie, die vom Zinsunterschied ('Carry') zwischen zwei Währungen profitiert, anstatt von der richtungsbezogenen Preisbewegung. Der Trader leiht sich in einer Währung mit nahezu null oder negativem Zinssatz - historisch der japanische Yen oder der Schweizer Franken - und investiert in eine höher verzinsliche Währung wie den australischen Dollar, neuseeländischen Dollar oder mexikanischen Peso. Im Spot-Forex wird dieser Carry als positive Übernacht-Swap gutgeschrieben, die nachts auf dem Konto gutgeschrieben wird.
Carry Trades sind beliebt, weil sie bei geeigneten Bedingungen stetiges tägliches Einkommen mit relativ niedriger day-to-day Volatilität generieren. Klassische Paare wie AUD/JPY, NZD/JPY und MXN/JPY ziehen historisch große institutionelle Carry-Positionen an. Die alle drei Jahre stattfindende BIS-Umfrage zeigt, dass Carry-Flüsse einen bedeutenden Anteil am täglichen Forex-Volumen ausmachen, und die Konvergenz vieler institutioneller Trader in dieselben Paare schafft einen sich selbst verstärkenden Trend, der Monate oder Jahre anhalten kann.
Die entscheidende Warnung ist, dass das Abwickeln von Carry Trades plötzliche und heftige Folgen haben kann. Während Risiko-Abbauepisoden - einer Finanzkrise, einem geopolitischen Schock oder unerwarteten Eingriffen von Zentralbanken - schließen Investoren gleichzeitig Carry-Positionen, um die Exposition zu reduzieren, was dazu führt, dass die hochverzinslichen Währungen gegenüber der Finanzierungswährung stark fallen. Die Aufhebung der EUR/CHF-Bodenlinie durch die SNB im Januar 2015 führte dazu, dass CHF-finanzierte Carry-Trades innerhalb von Minuten Jahre von akkumulierten Carry verloren. Carry Trader müssen Positionen so dimensionieren, dass sie diese episodischen Umkehrungen überstehen können und sollten die globale Risikosentiment zusammen mit dem Zinsdifferenzial überwachen.
Einen Broker finden